
Die Made, Der Fischer, Der Tauchenichts ...
Wer kennt sie nicht, die Klassiker aus dem Repertoire des Wortakrobaten Heinz Erhardt.
Vereinsamt ruft die vom Schicksal gebeutelte Madenmama nach ihrem längst verdauten Kinde. Ein triebgelenkter Fischer ruht, die Lungen voller Wasser, auf dem Grunde des Meeres. Ein panischer Monarch versucht verzweifelt seine Tochter an alle möglichen Mannen und Recken zu verkuppeln. Ein verwitweter Ritter gedenkt seiner unmelodiös brüllenden Gattin.
Schicksals- und andere Schläge, Lebenshiebe und Liebeskinnhaken en Masse.
Doch was kommt danach? Wie geht es weiter nach der Werbung? Lohnt es sich dranzubleiben?
Erleben Sie erschütternde Enthüllungen und erfahren Sie die Wahrheit über Made, Fischer & Co:
Die Made
Hinter eines Baumes Rinde
wohnt die Made mit dem Kinde.
Sie ist Witwe, denn der Gatte,
den sie hatte, fiel vom Blatte.
Diente so auf diese Weise
einer Ameise als Speise.
Eines Morgens sprach die Made:
Liebes Kind, ich sehe grade,
drüben gibt es frischen Kohl,
den ich hol. So leb denn wohl!
Halt, noch eins! Denk, was geschah,
geh nicht aus, denk an Papa!«
Also sprach sie und entwich.
Made junior aber schlich
hinterdrein; und das war schlecht!
Denn schon kam ein bunter Specht
und verschlang die kleine fade
Made ohne Gnade. Schade!
Hinter eines Baumes Rinde
ruft die Made nach dem Kinde. . .
Die Made 2
Hinter eines Baumes Rinde
Ruft die Made nach dem Kinde
Doch das Kinde war verblichen
In den Himmel schon entwichen.
Der Schmerz der Made währt nicht lange,
denn schon kam ne fiese Schlange
und verschlang die Madenmutter
die endete als Otternfutter
Doch wie alle frommen Maden,
musste sie nicht lange klagen
Im Madenhimmel trifft sie dann
Auf Madenkind und Ehemann
Und wer ihr Glück jetzt nicht erkennt,
der hat das Happy-End verpennt.
Der Fischer
(Frei nach Johann Sebastian Goethe)
Das Meer ist angefüllt mit Wasser
und unten ist's besonders tief,
am Strande dieses Meeres saß er,
d. h. er lag, weil er ja schlief.
Und nun nochmal: Am Meere saß er,
d. h. er lag, weil er ja schlief,
und in dem Meer war sehr viel Wasser
und unten war's besonders tief.
Da plötzlich teilten sich die Fluten
und eine Jungfrau kam herfür,
auf einer Flöte tat sie tuten,
das war kein schöner Zug von ihr.
Dem Fischer ging ihr Lied zu Herzen,
obwohl sie falsche Töne pfoff - -
man sah ihn in das Wasser sterzen,
dann ging er unter und ersoff.
Der Fischer 2
Die Jungfrau war nicht mal betroffen,
tat weiter auf der Flöte spielen
obwohl er wegen ihr ersoffen,
er war nur einer unter vielen.
Die Jungfrau nahm des Fischers Fische,
um auf dem Markt sie zu verkaufen
Barsche , Schollen, alles Frische;
nur dafür musst der Mann ersaufen.
Und auf dem Grund des Meeres saß er,
das heißt, er lag, weil er war tot,
um ihn herum war sehr viel Wasser,
Die Jungfrau die litt nie mehr Not.
Manch Fischer lässt sich noch bezirzen
Von ihrem falschen Flötentuten
Und tut sich in das Wasser stirzen,
um zu ersaufen in den Fluten.
Und die Moral von der Geschicht:
Kaufe bei ner Jungfrau nicht!
Ballade 1
Es war einmal ein altes Schloß.
Und Kunibert, so hieß der Boss.
Er hatte Mägde, hatte Knechte
und eine Frau - das war das Schlechte !
Ihr Mund war breit, ihr Hals war lang,
und es klang schrecklich, wenn sie sang.
Da zielte er mit Korn und Kimme
und Wut auf sie - das war das Schlimme!
Es machte bumm! – (natürlich lauter!)
dann fiel sie um! – Zum Himmel schaut er
und spricht, das Auge voll Gewässer:
„Vielleicht singt sie dort oben besser ? ! „
Fortsetzung
Dem war nicht so, denn auch den Herrn
schien ihr Gesang doch sehr zu störn
drum schickte er die Rittersfrau
zum Teufel tief in seinen Bau.
Doch dieser konnte nicht mehr pennen
Vor lauter schrecklichen Gesängen
Drum schickte er die Holde schnell
Geradewegs zu RTL
Hier endlich mochten sie es hören,
ihr unerträglich lautes Röhren.
Und kürten sie zum Superstar,
auch Dieter fand sie wunderbar!
Der Tauchenichts
(Frei nach Schillers» Taucher« )
» Wer wagt es, Knappersmann oder Ritt,
zu schlunden in diesen Tauch?
Einen güldenen Becher habe ich mit,
den werf ich jetzt in des Meeres Bauch!
Wer ihn mir bringt, ihr Mannen und Knaben,
der soll meine Tochter zum Weibe haben!«
Der Becher flog.
Der Strudel zog
ihn hinab ins greuliche Tief .
Die Männer schauten,
weil sie sich grauten,
weg. - Und abermals der König rief :
» Wer wagt es, Knippersmann oder Rat t,
zu schlauchen in diesen Tund?
Wer's wagt - das erklär ich an Eides Statt
darf küssen meins Töchterleins Mund!
Darf heiraten sie. Darf mein Land verwalten!
Und auch den Becher darf er behalten!«
Da schlichen die Mannen
und Knappen von dannen.
Bald waren sie alle verschwunden - - Sie wußten verläßlich:
die Tochter ist gräßlich!
Der Becher liegt heute noch unten. . .
Der Tauchenichts 2
Die Tochter des Königs
Die war tief betroffen
Sie denkt ich find eh nix
Und hat sich besoffen
Dann stürzt sich die Maid
Von den Klippen ins Meer
Zum Tode bereit
Denn ihr Leben war leer.
Die Tochter die flog
Der Strudel der zog
Sie hinab ins gräuliche Tief.
Da erschien eine Fee
Und rettet ihr Leben
Und macht sie ganz schee
Nur mit Fischschwanz halt eben.
Trotz Engelsgesicht
und fantastischem Busen
nen Mann fand sie nicht
keiner wollt mit ihr schmusen
So sitzt sie seitdem
Auf Felsen und singt
Sie hat ein Problem: Der Fischschwanz, der stinkt

Spaß gehabt?
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Wir sehen uns?
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